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Gespräch vereinbaren

Marketing & Vertrieb · Praxis

Vertrieb braucht einen klaren nächsten Schritt.

Eine lange Kontaktliste ist noch kein Vertriebssystem. Welche Informationen wirklich helfen, wie sinnvolle Phasen aussehen und warum ein offenes Angebot nicht automatisch eine Chance ist.

Von DLI Consulting 3 Minuten Lesezeit

Die Liste ist voll: Messe­kontakte, frühere Anfragen, offene Angebote. Trotzdem kann niemand sagen, welche Gespräche tatsäch­lich voran­kommen. Das Problem ist dann nicht unbedingt zu wenig Aktivität. Häufig fehlt eine gemeinsame Definition dafür, was eine quali­fizierte Verkaufs­chance ist und wodurch sie weiter­kommt.

Für einen über­schau­baren B2B-Vertrieb reicht als Ausgangs­punkt eine einfache Struktur. Ob sie später in einer Tabelle oder in einem CRM liegt, ist die zweite Frage.

01Kontakt und Verkaufschance unterscheiden

Ein Kontakt kennt Ihr Unter­nehmen. Eine Verkaufs­chance hat einen konkreten Anlass, zu dem Ihr Angebot passen könnte. Prüfen Sie gemeinsam mit dem möglichen Kunden:

  • Welches Problem oder Ziel steht hinter der Anfrage?
  • Was würde eine Lösung für den Kunden verändern?
  • Wer beurteilt das Angebot, wer entscheidet und wer nutzt die Leistung?
  • Gibt es einen zeitlichen Anlass und einen Weg zur Budge­tent­schei­dung?
  • Was ist der nächste sinnvolle Schritt für beide Seiten?

Nicht jede Frage lässt sich beim ersten Gespräch beant­worten. Halten Sie Unbe­kanntes als unbekannt fest. Ein vermutetes Budget ist kein bestä­tigtes Budget. Und wenn gerade kein konkreter Bedarf besteht, gehört der Kontakt in die Bezie­hungs­pflege statt in eine kurz­fris­tige Umsatz­prognose.

02Phasen nach Erkenntnissen definieren

Vertrieb­sphasen helfen nur, wenn alle dieselben Eintritts­krite­rien verwenden. „Angebot verschickt“ beschreibt eine Tätigkeit Ihres Teams. Es sagt noch wenig darüber, wie weit der Kunde mit seiner Entschei­dung ist.

Ein mögliches Modell für bera­tungs­inten­sive Leistungen:

  1. Bedarf geklärt: Der Kunde bestätigt die Aufgabe und den gewünschten Nutzen.
  2. Lösung besprochen: Umfang und wesent­liche Voraus­setzungen wurden gemeinsam geprüft.
  3. Angebot im Entschei­dungs­prozess: Entschei­dungs­schritte, Beteiligte und offene Fragen sind bekannt.
  4. Entschieden: Gewonnen, verloren oder ausdrü­cklich zurück­gestellt, jeweils mit einem doku­mentierten Grund.

Das ist ein Beispiel, kein univer­selles Modell. Ein kurzer Produkt­verkauf braucht andere Phasen als ein mehr­mona­tiges Inves­titi­onsvor­haben. Wählen Sie so wenige Phasen wie möglich und so viele wie nötig, um sinnvolle Entschei­dungen zu treffen.

03Den nächsten Schritt gemeinsam vereinbaren

„Nächste Woche nachfassen“ ist eine interne Erinnerung. „Am Dienstag prüfen wir mit Ihrer tech­nischen Leitung die zwei offenen Anfor­derungen“ ist ein verein­barter Schritt. Er nennt Anlass, Beteiligte, Zeitpunkt und ein erwartetes Ergebnis.

Erfassen Sie nur Infor­mati­onen, die für die Bear­beitung gebraucht werden. Ein umfang­reiches CRM wird nicht hilf­reicher, wenn das Team Pflicht­felder mit Vermu­tungen füllt. Bei perso­nenbe­zogenen Daten gehören Zugriffs­rechte, Zweck und Aufbe­wahrung in eine gesonderte Daten­schutz­prüfung.

04Zahlen mit ihrem Nenner lesen

Eine Abschluss­quote ist ohne Bezugs­gruppe leicht miss­verständ­lich. Acht gewonnene von zehn entschie­denen Angeboten sind 80 Prozent. Sind weitere zwanzig Angebote noch offen, sagt diese Quote nichts über deren Ausgang aus. Verglei­chen Sie nur ähnlich definierte Gruppen und beachten Sie kleine Fallzahlen.

Beginnen Sie mit wenigen Kennzahlen: neu quali­fizierte Chancen, entschie­dene Angebote mit Ergebnis, Dauer in einer Phase und Chancen ohne verein­barten nächsten Schritt. Ergänzen Sie Verlust­gründe, wenn sie aus Gesprächen bekannt sind. „Preis“ sollte nicht zum Sammel­begriff für alle unge­klärten Absagen werden.

Ein rech­nerisch gewich­teter Auftrags­wert ist eine Annahme, kein zuge­sicherter Umsatz. Wenn Sie Wahr­schein­lich­keiten verwenden, erklären Sie deren Grundlage und trennen Sie die Prognose von bereits beauf­tragten Umsätzen.

05Eine kurze Routine statt einer langen Listenbesprechung

Gehen Sie in einer regel­mäßigen Vertriebs­runde die Ausnahmen durch: Wo fehlt ein nächster Schritt? Wo ist eine Entschei­dung überfällig? Wo passt das Angebot nicht zum Bedarf? Wer braucht Unter­stüt­zung? Die aktuelle Liste sollte vorher gepflegt sein, damit die Bespre­chung der Klärung dient.

Nutzen Sie die Erkennt­nisse auch für Marketing und Ange­bots­entwick­lung. Wenn Anfragen häufig außerhalb Ihres Leis­tungs­umfangs liegen, muss die Ansprache präziser werden. Wenn ein Angebot regelmäßig an einer bestimmten Voraus­setzung scheitert, gehört diese früher ins Gespräch.

Das Ziel ist ein Vertrieb, bei dem Bezie­hungen gepflegt und Entschei­dungen nach­voll­ziehbar werden. Unsere Leistung Marketing & Vertrieb verbindet Posi­tionie­rung, Vertrieb­sablauf und die dafür benötigten Werkzeuge.